Die Schülerinnen Jitu, Ida & Ishfa von der Mittelschule Marktheidenfeld.
„Es lohnt sich, die Komfortzone zu verlassen“
Jitu, Ida & Ishfa
14 & 13
Schweiz
Schülerinnen an der Mittelschule Marktheidenfeld

Der erste Schüleraustausch von Jitu, Ida und Ishfa aus der achten Klasse der Mittelschule Marktheidenfeld ging in die Schweiz Zehn Tage verbrachten sie beim Mittelschulprojekt im Kinderdorf Pestalozzi in Trogen. Dort trafen sie auf Jugendliche aus Nordmazedonien. Im Interview erzählen sie, warum sie diese Erfahrung jedem empfehlen.

Wie fühltet ihr euch vor eurem ersten Schüleraustausch? Habt ihr euch speziell darauf vorbereitet?

Ishfa: Ich war total aufgeregt und freute mich darauf, neue Menschen kennenzulernen. Um mich verständigen zu können, übte ich ein wenig Englisch. Aber ich bereitete mich nicht intensiv vor. Ich wollte die Tage einfach auf mich zukommen lassen und sehen, was passiert.

Ida: Mein erster Gedanke war: ‚Wow, ich darf mit. Das ist ja cool!‘ Gleichzeitig fragte ich mich, welchen ersten Eindruck ich wohl machen werde. Natürlich überlegte ich: Verstehe ich mich mit den anderen? Mögen sie mich? Und mag ich sie? Am Ende überwogen jedoch Freude und Aufregung. Ich lernte ein paar Vokabeln, schaute, wo das Kinderdorf liegt und informierte mich über Nordmazedonien. Ich wollte wissen, welche Sprache die anderen Schüler sprechen und welche Bedürfnisse sie haben, damit sie sich mit mir wohlfühlen.

Wie war das erste Treffen mit den Jugendlichen aus Nordmazedonien?

Jitu: Es war richtig lustig! Die Austauschschüler strahlten viel positive Energie aus und waren unfassbar freundlich. Sie kamen sofort auf uns zu und stellten viele Fragen. Wir machten einfach mit.

Ida: Anfangs war das Englischsprechen eine kleine Hürde. Die Nordmazedonier waren aber sehr offen. Sie umarmten uns gleich und wollten Fotos machen. Sie sprachen besser Englisch als wir. Ich hatte befürchtet, die Kommunikation würde schwierig, aber es lief großartig.  Die meiste Zeit kamen wir ohne Übersetzer zurecht. 

„Jetzt hätte ich das Selbstvertrauen, nochmal mitzumachen.“ 

Was sind eure schönsten Erinnerungen?

Ida: Wir produzierten eine eigene Radiosendung. Das war aufregend. Beeindruckend fand ich auch, wie viele Sprachen die Jugendlichen aus Nordmazedonien beherrschten. Manche konnten Türkisch, Albanisch, Englisch, Deutsch, Bosnisch, Griechisch und sogar ein bisschen Französisch und Spanisch. Das war krass! 

Jitu: Mein Highlight war, als wir im Stuhlkreis saßen und lernten, wie man ‚Hallo‘ in verschiedenen Sprachen sagt. Beeindruckend war auch, wie gut die Nordmazedonier Volleyball spielten. Sie hatten schon an Turnieren teilgenommen und brachten uns den Sport bei. Das machte richtig Spaß.

Was brachten euch die zehn Tage beim Mittelschulprojekt persönlich?

Ida: Mein Selbstvertrauen wuchs und ich fand viele gute Freunde. Wir drei halten noch mit vielen der Austauschschülern Kontakt über Snapchat, WhatsApp und Instagram. Eine der Nordmazedonierinnen ist inzwischen eine sehr gute Freundin geworden. Es lohnt sich, die Komfortzone zu verlassen. Das gehört einfach zum Leben dazu. In Workshops lernten wir zudem, Grenzen zu setzen und ‚Stopp‘ zu sagen, wenn uns etwas nicht gefällt.

Jitu: Eine Übung half mir besonders. Wir schrieben unsere Ängste und negativen Erfahrungen auf ein Holzbrett und schlugen anschließend so lange darauf ein, bis es zerbrach. Das war befreiend und machte richtig Spaß.

Ishfa: Anfangs war ich unsicher, ob ein Schüleraustausch etwas für mich ist, weil ich eher zurückhaltend bin. Jetzt hätte ich das Selbstvertrauen, nochmal mitzumachen. 

Was ratet ihr anderen Mittelschülerinnen und Mittelschülern, die an einem Schüleraustausch teilnehmen möchten?

Ida: Traut euch! Habt keine Angst vor Gesprächen mit Fremden. Die meisten Menschen sind sehr nett. Am Anfang war ich zögerlich, aber die Erfahrung war toll. Vor allem, weil ich sie mit meinen guten Freundinnen Jitu und Ishfa machen durfte. Nächstes oder übernächstes Jahr plane ich, an einer Sprachreise teilzunehmen. Entweder mit meiner Cousine oder allein.

Jitu: Es lohnt sich teilzunehmen, weil man neue Freunde findet und viel über andere Länder lernt. So eine Chance kommt vielleicht nicht wieder.